Dr.Egmont Jenny, Redakteur
der "Südtiroler Nachrichten" ist seit 1961 in der Südtiroler Politik tätig. Zuerst in der
SVP als stellvertretender Obmann des Bezirkes Bozen, dann als Kandidat für das Parlament,
schließlich 1964 als Abgeordneter im Südtiroler Landtag bzw. Regionalrat. 1965 gründete er
mit Gleichgesinnten den Arbeitskreis für Sozialen Fortschritt mit dem Ziel in der
Sammelpartei einen sozialdemokratischen Flügel aufzubauen. Damit sollte eine geistige
Liberalisierung, eine größere kulturelle Öffnung und ein echter politischer Pluralismus
in der Südtiroler Gesellschaft eingeführt werden. Trotz der Unterstützung der
österreichischen Sozialdemokraten und besonders des damaligen Oppositionsführer
und späteren Bundeskanzler Dr.Kreisky wurde Dr.Jenny im April 1966 aus der SVP
ausgeschlossen. Es kam deshalb zur Gründung der "Sozialen Fortschrittspartei Südtirols",
die besonders in den Städten und in der westlichen Landehälfte erhebliche politische und
organisatorische Erfolge erzielen konnte. 1973 wurde Jenny , als Vertreter der SFP in den
Landtag gewählt. Sein Einsatz galt speziell den kulturellen Fragen, weil er in diesem
Bereich den Schlüssel zur Lösung der ethnischen Gegensätze und zur Schaffung eines
autonomistischen Bewußtseins auch in der italienischen Bevölkerung sah. Deshalb lehnte
die SFP das von der SVP und Rom ausgehandelte Paket ab, das in der Praxis zwei getrennte
sich ständig befehdende ethnische Autonomien vorsieht. Die daraus entstandene ethnische
Radikalisierung und die Schaffung eines sogenannten Arbeitnehmerflügels in der SVP zur
Verhinderung der Südtiroler Sozialdemokratie haben zum organisatorischen Ende derselben
geführt.
Mit der Gründung der "Südtiroler Nachrichten" im September 1985 sollte ein publizistischer
Bezugspunkt für alle diejenigen Südtiroler geschaffen werden, die in der Autonomie keinen
Selbstzweck sondern ein Instrument zur Durchsetzung und Verbesserung der Demokratie und ihrer
Institutionen im Interesse aller hier lebenden Bürger sehen.
In diesem Sinne hofft die Redaktion, daß die Verbreitung der "Südtiroler Nachrichten"
nunmehr auch über die elektronischen Medien den Gedankenaustausch und die Diskussion in
Südtirol anregen und beleben.
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