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Der besonders regnerische Monat Oktober hat
in Südtirol eine ganze Reihe von sogenannten Naturkatastrophen ausgelöst, die erhebliche Schäden
verursacht haben. In fast allen Teilen des Landes ist es zu Murenabgängen, Überschwemmungen, Steinschlag
und Straßenunterbrechungen gekommen, die manchmal dramatische Ausmaße angenommen haben. Es ist vor allem
dem ständigen Einsatz der lokalen Feuerwehren und dem guten Katastrophenschutzprogramm des Landes zu verdanken,
daß die Verwüstungen nicht noch schwerer waren. Die Ereignisse im Aostatal, die fast zur selben Zeit
stattgefunden haben, sind dafür eine eindrucksvolle Bestätigung.
Trotzdem sollte man mit der Bezeichnung Naturkatastrophe vorsichtig umgehen, denn manches ist dabei vom Menschen
selbst in die Wege geleitet worden und die Natur hat sich nur auf ihre Weise dafür gerächt.
Wenn zum Beispiel plötzlich Erdwälle aufgeschüttet werden müssen, um neue Siedlungen zu schützen,
so fragt man sich, warum dort überhaupt gebaut worden ist. Der Hinweis, daß in den Alpentälern der
nutzbare Grund knapp ist, reicht als Erklärung nicht aus. Die Wahrheit ist, daß durch den zunehmenden Wohlstand
ein Zersiedlungsdrang eingesetzt hat, der keine Rücksicht mehr auf die Landschaft und ihre Möglichkeiten nimmt.
Die lokalen Verwalter sind dabei einem enormen politischen Druck ausgesetzt.
Das zeigt sich bei der Planung von neuen Bergstraßen, die massive Einschnitte in das geologische und ökologische
Gleichgewicht eines Gebietes darstellen. Man glaubt, man könne mit den modernen technischen Mitteln der Natur seinen
Willen aufzwingen, und erlebt dabei schmerzliche Überraschungen.
Noch dramatischer ist die Situation, wenn es um die Ausweisung neuer Sportanlagen, besonders neuer Schigebiete geht.
Hier ist der Druck der mächtigen Interessengruppen auf die Volksvertreter noch massiver. Es geht dabei ums große
Geld, und wir erleben leider, daß die Politiker in letzter Zeit diesem Druck oft gegen jede Vernunft und Einsicht
nachgeben. Das beweisen die Genehmigungen neuer Anlagen am Helm in Sexten und am Kronplatz. Man hat dabei die berechtigten
Einwände der Umwelt- und Naturschützer unter den Tisch gekehrt; in. Den Augen der Landesregierung haben diese nur
eine Alibifunktion. Damit werden die Interessen der Gemeinschaft dem Profit einiger weniger geopfert.
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