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Zur Neutrassierung der Pustertaler Straße
In den letzten Monaten ist, ganz zum Missfallen der "Promotoren", ausreichend über dieses für das Pustertal
schicksalhafte Thema gesagt und geschrieben worden. Jede weitere Argumentation ist an dieser Stelle müßig,
insbesondere nach der Plattform-Pro-Pustertal-Veranstaltung in St. Lorenzen. Man sollte endlich die eindeutige Ablehnung
derartiger Projekte als definitive Positionierung der Bevölkerung zur Kenntnis nehmen, und zwar alle Teile davon -
inklusive Wirtschaft.
Den "Andenkern" stehen offenbar Schweißperlen des Scheiterns und der Panik auf der Stirn. Anders ist kaum zu
erklären, dass man jetzt sogar reine Falschinformationen, wie die angebliche Straßenbau-Begeisterung des
Bezirksausschusses in die Welt zu setzen versucht. Ist man dabei das letzte Pulver zu verschießen? Gerade Vertreter
jener Sparten, die von schnelleren Verbindungen erhebliche Nachteile zu erwarten hätten, müssen im Sinne der
Verhandlungsdisziplin den Kopf für die im Hintergrund operierenden lokalen Bauimperien hinhalten. Unsere
Geschäftsleute könnten nach dem Beispiel Meran-Mebo-Vinschgau wissen, was auf sie zukommt. Durch die schnelle
Verbindung nach Bozen sollen täglich bis zu tausend Kunden an Meran vorbei nach Bozen oder noch weiter fahren, was
die dortigen Geschäftsleute natürlich freut. Erwarten sich Tourismussprecher aus dem Pusterer Haupttal positive
Impulse von dessen Degradierung zur Transitstrecke? Will man auch im Oberpustertal den Massen- und Tagestourismus? Bei
HGV-Vertretern aus dem Gadertal ist die unsolidarische Haltung inzwischen bekannt. Unsere Handwerker sollten sich fragen,
warum der Standort Pustertal der zweitwichtigste im Lande geworden ist. Trotz dieser Straße oder gerade deswegen,
weil bei uns noch keine Schleusen geöffnet wurden, die das gesamte wirtschaftliche und soziale Gefüge umkrempeln
würden? Was die Sicherheit der Straßen betrifft, weisen Unfallstatistiken in Südtirol die alte Gadertaler
Straße – abgesehen vom tragischen Busunfall – als die sicherste aus. Die gefährlichste Straße
ist demnach die MEBO!
Die von Wirtschaftsring-Sprechern ins Spiel gebrachten Umwelt-Argumente kommentieren sich von selbst. Insgesamt sollten
die "Andenker" die moderate Verbesserung der Straßensituation getrost den betroffenen Bürgermeistern, dem
Bauernbund und PPP überlassen. Wir lehnen jede weitere Bemühung dankend ab.
PS: Die einzige stauunabhängige und somit berechenbare Verkehrsverbindung heißt Bahn!
Walter Harpf –Plattform Pro Pustertal- Bruneck
Zu den Maßnahmen im Sanitätsbereich
Landesrat Saurer hat in seinen Stellungnahmen zu den Kostenbeteiligungen der Patienten immer wieder behauptet, daß
diese
mäßig und sozial verträglich seien, was aber von den Gewerkschaften und den sozialen Verbänden
entschieden in Abrede
gestellt wird. Selbst die Politiker der italienischen Parteien, die mit Dr. Saurer in der Landesregierung sitzen, haben sich gegen diese Maßnahmen ausgesprochen, ganz abgesehen von den Politikern
der Opposition, die von einer absolut ungerechtfertigten Belastung der Bevölkerung sprechen.
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| Der Aderlaß |
Das müßte doch
zu denken geben und zu einer Debatte in den zuständigen Gremien führen, ehe solche Dekrete in Kraft treten. Bei
uns wird von oben herab beschlossen und den Leuten in die Tasche gegriffen.
Unser Gesundheitswesen ist nicht so fehlerfrei, wie es Saurer und seine Beamten anpreisen. Man braucht nur mit den Leuten
reden, die in diesem System arbeiten, nämlich den Ärzten, den Krankenschwestern, dem Hilfspersonal. Sie klagen
vielfach, daß ihre Meinung gar nicht gefragt sei und daß es dadurch laufend zu Fehlentscheidungen komme. Teure
Apparaturen bleiben ungenützt, Fachkräfte werden nicht nach ihren Fähigkeiten eingesetzt, es herrscht
Personalmangel, weil dieses nicht sinnvoll eingeteilt wird. Im Gegensatz dazu werden die Verwaltungsgebäude der
Sanität im Lande immer zahlreicher und prächtiger, es wimmelt dort von Amtsdirektoren und Beamten!
W.G.- Meran
Zum Service ...
Ich kann meinen Basisarzt, bei dem ich seit 8 Jahren eingeschrieben bin, sechs Vormittage in der Woche aufsuchen.
Er verschreibt mir Medizinen und Zuweisungen, meist macht dies seine Arzthilfe. Untersucht hat er mich nie, einmal
hat er mir auf meinen Wunsch den Blutdruck gemessen. Ich wüßte nicht, warum ich für diesen Gesundheitsdienst
mehr zahlen müßte.
J.H.-Meran
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