18. Jahrgang - Nr.3 Mai/Juni 2002 - erscheint zweimonatlich
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In dieser Ausgabe:
Zweisprachigkeit in Südtirol
Schwierigkeiten,Chancen und Gefahren
 
Wer sind wir, was sind wir
(4.Folge/Schluß)
Anmerkungen zur Südtiroler Identität
 
Die Sanität der Funktionäre
Der Bürger muß leiden und blechen
 
Thermalwasser gesucht
Eine endlose Meraner Geschichte
 
Streitbeilegung
Die Feier der vielen Väter des Abkommens
 
Volkszählung mit Überraschungen
Mut zur Öffnung?
 
Das neue Wahlgesetz
Probebank für die Südtiroler Demokratie
 

LESERBRIEFE

Zur Neutrassierung der Pustertaler Straße

In den letzten Monaten ist, ganz zum Missfallen der "Promotoren", ausreichend über dieses für das Pustertal schicksalhafte Thema gesagt und geschrieben worden. Jede weitere Argumentation ist an dieser Stelle müßig, insbesondere nach der Plattform-Pro-Pustertal-Veranstaltung in St. Lorenzen. Man sollte endlich die eindeutige Ablehnung derartiger Projekte als definitive Positionierung der Bevölkerung zur Kenntnis nehmen, und zwar alle Teile davon - inklusive Wirtschaft.

Den "Andenkern" stehen offenbar Schweißperlen des Scheiterns und der Panik auf der Stirn. Anders ist kaum zu erklären, dass man jetzt sogar reine Falschinformationen, wie die angebliche Straßenbau-Begeisterung des Bezirksausschusses in die Welt zu setzen versucht. Ist man dabei das letzte Pulver zu verschießen? Gerade Vertreter jener Sparten, die von schnelleren Verbindungen erhebliche Nachteile zu erwarten hätten, müssen im Sinne der Verhandlungsdisziplin den Kopf für die im Hintergrund operierenden lokalen Bauimperien hinhalten. Unsere Geschäftsleute könnten nach dem Beispiel Meran-Mebo-Vinschgau wissen, was auf sie zukommt. Durch die schnelle Verbindung nach Bozen sollen täglich bis zu tausend Kunden an Meran vorbei nach Bozen oder noch weiter fahren, was die dortigen Geschäftsleute natürlich freut. Erwarten sich Tourismussprecher aus dem Pusterer Haupttal positive Impulse von dessen Degradierung zur Transitstrecke? Will man auch im Oberpustertal den Massen- und Tagestourismus? Bei HGV-Vertretern aus dem Gadertal ist die unsolidarische Haltung inzwischen bekannt. Unsere Handwerker sollten sich fragen, warum der Standort Pustertal der zweitwichtigste im Lande geworden ist. Trotz dieser Straße oder gerade deswegen, weil bei uns noch keine Schleusen geöffnet wurden, die das gesamte wirtschaftliche und soziale Gefüge umkrempeln würden? Was die Sicherheit der Straßen betrifft, weisen Unfallstatistiken in Südtirol die alte Gadertaler Straße – abgesehen vom tragischen Busunfall – als die sicherste aus. Die gefährlichste Straße ist demnach die MEBO!

Die von Wirtschaftsring-Sprechern ins Spiel gebrachten Umwelt-Argumente kommentieren sich von selbst. Insgesamt sollten die "Andenker" die moderate Verbesserung der Straßensituation getrost den betroffenen Bürgermeistern, dem Bauernbund und PPP überlassen. Wir lehnen jede weitere Bemühung dankend ab. PS: Die einzige stauunabhängige und somit berechenbare Verkehrsverbindung heißt Bahn!
Walter Harpf –Plattform Pro Pustertal- Bruneck

Zu den Maßnahmen im Sanitätsbereich

Landesrat Saurer hat in seinen Stellungnahmen zu den Kostenbeteiligungen der Patienten immer wieder behauptet, daß diese mäßig und sozial verträglich seien, was aber von den Gewerkschaften und den sozialen Verbänden entschieden in Abrede gestellt wird. Selbst die Politiker der italienischen Parteien, die mit Dr. Saurer in der Landesregierung sitzen, haben sich gegen diese Maßnahmen ausgesprochen, ganz abgesehen von den Politikern der Opposition, die von einer absolut ungerechtfertigten Belastung der Bevölkerung sprechen.

Der Aderlaß

Das müßte doch zu denken geben und zu einer Debatte in den zuständigen Gremien führen, ehe solche Dekrete in Kraft treten. Bei uns wird von oben herab beschlossen und den Leuten in die Tasche gegriffen.

Unser Gesundheitswesen ist nicht so fehlerfrei, wie es Saurer und seine Beamten anpreisen. Man braucht nur mit den Leuten reden, die in diesem System arbeiten, nämlich den Ärzten, den Krankenschwestern, dem Hilfspersonal. Sie klagen vielfach, daß ihre Meinung gar nicht gefragt sei und daß es dadurch laufend zu Fehlentscheidungen komme. Teure Apparaturen bleiben ungenützt, Fachkräfte werden nicht nach ihren Fähigkeiten eingesetzt, es herrscht Personalmangel, weil dieses nicht sinnvoll eingeteilt wird. Im Gegensatz dazu werden die Verwaltungsgebäude der Sanität im Lande immer zahlreicher und prächtiger, es wimmelt dort von Amtsdirektoren und Beamten!
W.G.- Meran

Zum Service ...

Ich kann meinen Basisarzt, bei dem ich seit 8 Jahren eingeschrieben bin, sechs Vormittage in der Woche aufsuchen. Er verschreibt mir Medizinen und Zuweisungen, meist macht dies seine Arzthilfe. Untersucht hat er mich nie, einmal hat er mir auf meinen Wunsch den Blutdruck gemessen. Ich wüßte nicht, warum ich für diesen Gesundheitsdienst mehr zahlen müßte.
J.H.-Meran