17. Jahrgang - Nr.2 März/April 2001-erscheint zweimonatlich
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In dieser Ausgabe:
Das dritte Autonomiestatut
Die SVP verabschiedet sich vom Volkstumskampf.
 
Sozialdemokratische Erfolge
Landtagswahlen in Wien und in zwei deutschen Bundesländern.
 
Gold und Silber liebe ich sehr...
Sport und Sprache in Südtirol.
 
Berlusconis Aufgebot
Alte und neue Postfaschisten.
 
Der Staat läßt morden
Warum Moro sterben mußte.
 
Lob der Südtiroler Küche
Eine bemerkenswerte kulinarische Mischkultur.
 

Der geschlossene Hof

Öfters fragen hier Touristen
uns, des Südtirols Juristen,
über Recht, Wirtschaft und Leben
die auf dem Hofe sich ergeben.
Wer des alten Institutes
des gesperrten Hofes-Gutes
haben wollte ein ABC
lese hier das Resümee.
Nach der Salier altem Brauch
hat der erste Sohn den Bauch;
nie zu knurren hat sein Magen,
nie zu leiden, nie zu klagen.
Einen Sohn nur hat der Bauer.
Gut geschützt vor Schnee und Schauer
wird er leben auf dem Hofe
mit zwei Kindern, Frau und Zofe.
Nach der guten alten Sitten
lohnt sich nicht klagen und bitten:
vor ihm weichen die Miterben
und bekommen Kram und Scherben.
Brüderchen und Schwesterlein
müssen so zufrieden sein;
liebe Mutti und Tante Inge
sind, man weiß, nur Ausgedinge.
Wer verbessert Haus und Feld
wird belohnt mit Landesgeld.
Neu wird also die Hofstelle
dank Zement, Mörtel und Kelle.
Alles weg, was alt und fad;
jeder Kuh gehört ein Bad;
neu getäfelt sei die Stube,
und verschwinden soll die Grube.
Wiese und Wald, Stadel und Haus:
alles schön, innen und aus.
Landwirtschaft mit Heu und Vieh?
Besser sicher ein Garni.
Vor dem Tor hängt doch ein Schild
mit des alten Hofes Bild.
"Erbhof" klingt so apart, so fein,
jeder Gast kommt gern herein.

R.Z.