17. Jahrgang - Nr.2 März/April 2001-erscheint zweimonatlich
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In dieser Ausgabe:
Das dritte Autonomiestatut
Die SVP verabschiedet sich vom Volkstumskampf.
 
Sozialdemokratische Erfolge
Landtagswahlen in Wien und in zwei deutschen Bundesländern.
 
Gold und Silber liebe ich sehr...
Sport und Sprache in Südtirol.
 
Der Staat läßt morden
Warum Moro sterben mußte
 
Lob der Südtiroler Küche
Eine bemerkenswerte kulinarische Mischkultur.
 
Der geschlossene Hof
Die Wahrheit in Versen.
 

BERLUSCONIS AUFGEBOT

Wir wissen nicht, wie viele von den 12 Millionen Büchern mit der Lebensgeschichte Berlusconis in Südtirol verschickt werden. Wer seine Firmen gut verschachtelt und bei den Steuern kräftig spart, hat eben entsprechende Geldreserven.

Aufschlußreicher als alle Propagandaphotos sind für die Südtiroler die Weggenossen, die sich Berlusconi für Südtirol ausgesucht hat. Da ist alles vertreten, was die Südtiroler Autonomie offen und versteckt bekämpft hat. Da finden wir die alten und neuen Faschisten, die ihr schwarzes Hemd und ihre schwarze Gesinnung offen zur Schau tragen, genauso wie diejenigen, die diese unter dem demokratischen Mäntelchen verschämt verstecken.

An ihrer Spitze steht jener Franco Frattini, dessen Aufgabe es wäre, die Mysterien der römischen Geheimdienste aufzuklären, der es aber vorzieht, die Italianità Südtirols zu verteidigen. Da der Mann kein Wort Deutsch versteht, ist er für diese Aufgabe geradezu prädestiniert. Sollte er im Schlepptau seines Gönners Berlusconi Minister werden, hat er schon durchblicken lassen, daß er die Autonomie Südtirols zurechtstutzen werde.

Man soll sich von solchen Ankündigungen nicht einschüchtern lassen, im übrigen sind die Zeiten vorbei, da man in Europa die Deutschsprachigen ungestraft kujonieren konnte. Aber auf der Hut sollte man schon sein und alles unternehmen, damit Berlusconi und seine bunte Truppe nicht an die Regierung kommen.

Jede Stimme für Berlusconi ist eine Stimme gegen die Autonomie dieses Landes, eine Stimme für die nationalistische Agitation, die den hiesigen Italienern nicht weniger schadet als den Deutschsprachigen und den Ladinern. Das sollte man am 13. Mai bedenken.