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| "Den ersten haben Sie verfehlt, möchten Sie es mit den anderen versuchen?" aus "Le Monde" |
Offensichtlich hat Präsident Bush seine Bombendepots noch nicht geleert und seine Rüstungslobby noch
nicht ganz befriedigt. Anstatt darüber nachzudenken, daß 35 Millionen von Bürgern seines Landes
keine ärztliche Grundversorgung haben, treibt er ein überdimensionales kostspieliges Raketenprogramm voran.
Um dies zu rechtfertigen, entdeckt er eine ganze Reihe neuer Feinde der USA, die nach seinen Angaben als Achse des
Bösen bestraft werden müssen. Dabei sind die alten "Säuberungsaktionen" der USA noch keineswegs
abgeschlossen. Afghanistan ist immer noch ein vom Krieg gezeichnetes, weitgehend zerstörtes Land, das dringend
humanitäre Hilfe braucht. Zu dieser Zerstörung haben die USA entscheidend beigetragen, und es stünde
ihnen nun an zu helfen, anstatt weiter zu bombardieren.
Aber Bush und seine Generäle haben bereits den nächsten Schurken im Visier. Es ist jener Saddam Hussein,
den man wohl vor knapp 10 Jahren besiegt, aber aus taktisch-politischen Gründen am Ruder gelassen hat. Man wollte
ihn als "Reserve" gegen den Iran erhalten. Daß dabei die Bevölkerung des Irak seit über zehn Jahren
unter den Sanktionen am meisten leidet, spielt in den Augen der großen USA-Strategen keine Rolle.
Eine wichtige Frage ist, welche Rolle den Bündnispartnern der USA in diesem Kampf gegen "das Böse"
zugedacht ist. Der deutsche Bundeskanzler Schröder hat gleich nach dem 11. September, wohl etwas voreilig, die
uneingeschränkte Solidarität mit den USA betont. Allerdings hat er auch klargestellt, daß man sich
in keine Abenteuer stürzen werde. Hoffentlich gilt, was Bundesaußenminister Fischer sagt: "Bündnispartner
sind keine Vasallen".
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