18. Jahrgang - Nr.1 Jänner/Februar 2002 - erscheint zweimonatlich
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In dieser Ausgabe:
Die Grenzen der Autonomie
Eine kritische Bewertung
 
Wird das Paradies Südtirol endgültig zur Betonhölle?
Wird Südtirol zur Betonhölle?
 
Teurer Polittourismus
Südtiroler Politiker in aller Welt
 
Wer sind, was sind wir?
Zur Südtiroler Identität (2.Teil)
 
Eine Österreichishe "Gschichtn"
Haiders Provokationen
 
Das Bildungsproblem
Betrachtungen zur PISA-Studie
Hommage an Bruno Kreisky und an die österreichische Sozialdemokratie

 

DIE ACHSE DES BÖSEN
"Den ersten haben Sie verfehlt, möchten Sie es mit den anderen versuchen?" aus "Le Monde"

Offensichtlich hat Präsident Bush seine Bombendepots noch nicht geleert und seine Rüstungslobby noch nicht ganz befriedigt. Anstatt darüber nachzudenken, daß 35 Millionen von Bürgern seines Landes keine ärztliche Grundversorgung haben, treibt er ein überdimensionales kostspieliges Raketenprogramm voran. Um dies zu rechtfertigen, entdeckt er eine ganze Reihe neuer Feinde der USA, die nach seinen Angaben als Achse des Bösen bestraft werden müssen. Dabei sind die alten "Säuberungsaktionen" der USA noch keineswegs abgeschlossen. Afghanistan ist immer noch ein vom Krieg gezeichnetes, weitgehend zerstörtes Land, das dringend humanitäre Hilfe braucht. Zu dieser Zerstörung haben die USA entscheidend beigetragen, und es stünde ihnen nun an zu helfen, anstatt weiter zu bombardieren.

Aber Bush und seine Generäle haben bereits den nächsten Schurken im Visier. Es ist jener Saddam Hussein, den man wohl vor knapp 10 Jahren besiegt, aber aus taktisch-politischen Gründen am Ruder gelassen hat. Man wollte ihn als "Reserve" gegen den Iran erhalten. Daß dabei die Bevölkerung des Irak seit über zehn Jahren unter den Sanktionen am meisten leidet, spielt in den Augen der großen USA-Strategen keine Rolle. Eine wichtige Frage ist, welche Rolle den Bündnispartnern der USA in diesem Kampf gegen "das Böse" zugedacht ist. Der deutsche Bundeskanzler Schröder hat gleich nach dem 11. September, wohl etwas voreilig, die uneingeschränkte Solidarität mit den USA betont. Allerdings hat er auch klargestellt, daß man sich in keine Abenteuer stürzen werde. Hoffentlich gilt, was Bundesaußenminister Fischer sagt: "Bündnispartner sind keine Vasallen".