17. Jahrgang - Nr.1 Jänner/Februar 2001-erscheint zweimonatlich
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In dieser Ausgabe:
Der neue Zentralismus
Die mißbrauchte Autonomie.
 
Wahlmanöver
Im Vorfeld der italienischen Parlamentswahlen.
 
Leserbrief
 
 
Fließend Deutsch und Warmwasser
Zur Sprachkultur in Süd-Tirol.
 
Die andere Seite des Krieges
Zum Einsatz der Nato in Kosovo -Eine kritische Bilanz.
 
Die durchorganisierte Gesundheit
Die Medizin der Bürokraten.
 
Zufriedener mit politischer Mitbestimmung
Initiative für mehr Demokratie - Ein Plädoyer für mehr Mitbestimmung und direkte Demokratie.
 

Viechereien

Die BSE-Krankheit scheint nicht nur die Gehirne der Rindviecher anzugreifen, sondern in zunehmendem Maße auch den Verstand der Menschen. Das ergibt sich aus dem Wust von journalistischen Sensationsmeldungen, Desinformation, parteipolitischer Propaganda, die den wahren Sachverhalt verschleiern.


aus "Süddeutsche Zeitung"

Die wahre Ursache für die Katastrophe ist das Produktionssystem, noch deutlicher gesagt, die Auswüchse des kapitalistischen Systems, nach dem unsere Gesellschaft funktioniert. Das wagen nur wenige offen auszusprechen, am wenigsten die Wirtschaftsfachleute. Sie verkünden weiterhin, daß die Steigerung der Produktion, der daraus sich ergebende Wettbewerb und der Profit die Motoren der modernen Gesellschaft seien. Alles andere werde der Markt dann selbst richten.

Daß diese Behauptung falsch ist, beweist die Realität im Agrarsektor. Um die Produktion zu steigern, werden alle verfügbaren Mittel eingesetzt, die Natur wird ignoriert oder vergewaltigt, der Wettbewerb zur Farce gemacht, indem die großen Monopole alles aufsaugen oder an die Wand drücken. Eine kritische Bewertung der produzierten Güter wird durch eine mächtige Werbeindustrie ersetzt, die uns meist mit den Ärschen und Titten junger Damen zum unkritischen hemmungslosen Konsum anregt.

Das Ergebnis: Massentierhaltung, Tierquälerei, Verfälschung, ja sogar Vergiftung der Lebensmittel durch Einsatz von Hormonen, Antibiotika und anderer artfremder Substanzen. Dann kommt der Moment, wo die Natur sich rächt und das billige und verfälschte Futter nicht nur die Gesundheit des Tieres (darum hat man sich bisher nicht geschert), sondern auch diejenige des Menschen angreift. Nun regt sich die "öffentliche Meinung" und alle suchen nicht so sehr nach den Ursachen, als vielmehr nach einem präsentablen Sündenbock.

Dabei ist klar, daß die 400.000 Rinder, die nun umgebracht und vermüllt werden sollen, um den Markpreis zu halten, nur das Beispiel für ähnliche Fehlleistungen sind, die laufend in anderen Sektoren des kapitalistischen Systems stattfinden. Davor hatte bereits vor 150 Jahren ein gewisser Karl Marx gewarnt. Den haben aber unsere Wirtschaftsexperten und die meisten Politiker längst vergessen. Und das ist die größte Viecherei. Die Meinung